Nervenstärke!

Im entscheidenden Moment da zu sein, die Nerven zu behalten und seine Bestleistung abzurufen, das war schon immer die Spezialität der Deutschen Nationalmannschaft. Für diese Fähigkeit beneiden uns die Teams dieser Welt, allen voran das englische, das in den entscheidenden Momenten die Nerven verliert, insbesondere wenn es im Elfmeterschießen darum geht, die Nerven zu behalten. Es ist geradezu unheimlich, mit welcher Nervenstärke die Deutschen in ein Spiel gehen, das den Anspruch erhebt, das wichtigste Spiel des Jahres zu sein. Fast kann man die Uhr danach stellen, dass die Deutsche Elf so Spiele wie das am Samstag gegen die Russen gewinnt.

Freilich können diejenigen, die das WM-Qualifikationsspiel zwischen Russland und Deutschland verfolgt haben, darüber streiten, ob der 1:0-Auswärtssieg verdient war oder unverdient, glücklich war oder nicht. Fest steht, dass die Deutschen im entscheidenden Spiel eine Leistung abgerufen haben, die sicherlich zu den besten in der gesamten Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika zu zählen ist. Allein der 1:0-Führungstreffer durch den in der Bundesliga glücklosen Bayern-Stürmer Miroslav Klose war ein Tor, das der neutrale Beobachter des Fußball-Geschehens nicht alle Tage sieht. Solch ein Tor gelingt der Deutschen Nationalmannschaft in einem Spiel, das über den Einzug in die WM-Endrunde entscheidet. Das ist durchaus ein besonderes Markenzeichen!

Das Tor war nicht nur ein Sinnbild für die schier unnachahmliche Kunst der Deutschen, in den wichtigen Spielen besonders leistungsstark zu sein, sondern auch ein Beleg für die spielerische Reife dieser Mannschaft. In den 70ern gab es einen Gerd Müller, der die Kugel ein ums andere Mal über die Linie murmelte. Die deutsche Auswahl hatte früher eher Abstauber, Kopfballungeheur und Distanzschuss-Spezialisten. Heute spielt sie sich mit den Techniken des modernen Kombinationsfußballs Tore hinaus, die selbst die besten Abwehrreihen dieser Welt nicht verhindern können.

Für solche Tore muss es innerhalb der Mannschaft stimmen und vor allem auch vom Kopf her. Die Automatismen müssen greifen, die Spieler müssen im Mentalen topfit sein. Besonders konzentriert war am vergangenen Samstag vor allem aber auch Tormann René Adler. Mit unglaublichen Glanzparaden, die an die besten Zeiten der lebenden Torhüter-Legende Oliver Kahn erinnerten, hielt er die Deutsche Elf im Spiel und den 1:0-Sieg fest. Die herausragend gute Leistung des Torhüters René Adler, die wunderschöne Kombination zum 1:0-Führungstreffer und die besondere Nervenstärke der Deutschen Nationalmannschaft gaben letztendlich den Ausschlag für den verdienten Einzug in die Endrunde der WM 2010 in Südafrika.

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